Konzert: The Hives bei on tape in Berlin (3. Mai 2012)

The Hives DrumsAm 3. Mai hatte ich ein echtes Luxusproblem: wie schnell, kurzfristig und günstig von Hannover nach Berlin kommen? Hintergrund: The Hives spielen bei tape.tv und ich habe bei musikgraph.de zwei Tickets gewonnen. Da ich mich so gefreut habe, habe ich mich direkt bereit erklärt, einen Artikel darüber zu schreiben.

Ich bin zwar stolze Hannoveranerin, liebe aber eben auch Musik mit Leib und Seele. Daher bin ich auch seit geraumer Zeit daran gewöhnt, für gute Bands den einen oder anderen Kilometer hinzulegen.

Für die Hives lohnte es sich in diesem Falle ganz besonders. Die Tickets waren gewonnen worden (wie oft passiert einem das schon?), Dabeisein bei On Tape ist nur wenigen vergönnt und natürlich geht es hier um eine großartige Band, die mit einem neuen Album lockte.

Ich packte also einen ebenfalls musikbegeisterten Kumpel ein und machte mich auf den Weg in die große Stadt und anschließend zum On Tape Studio in Berlin Weißensee. Die erste große Überraschung wartete bereits vor dem Einlass: Bier und Softgetränke umsonst! Da lohnt sich doch das Zahlen der GEZ-Gebühren. Im Studio verfestigte sich dieser Eindruck, denn es ist schon recht beachtlich, welch vergleichsweise großes Produktionsteam das ZDF da auffährt, für eine Sendung, die im bundesdeutschen Durchschnitt nur ein Nischenpublikum erreicht. Danke GEZ!

Im Studio selbst ist es tatsächlich so, wie es im Fernsehen aussieht, nur deutlich kleiner und gemütlicher und sehr, sehr heiß. Ich meine, wirklich sehr, sehr heiß! Nach ein wenig Einstimmung durch Rainer Maria Jilg, der ganz eindeutig Justin Timberlakes Style favorisiert und einer nicht allzu sagenhaften Darbietung durch die On Tape Houseband, hieß es auch schon „Bühne frei“ für the Hives. Die Jungs stürmten also, gewohnt lässig, in Komplett-Smokings die Bühne.

Los ging es mit Come On! und Go Right Ahead aus dem neuen Album, im weiteren Verlauf gab es dann noch Wait a Minute und 1000 Answers aus Lex Hives auf die Ohren. Zwischendurch durften natürlich auch ein paar altbewährte Klassiker wie Won’t Be Long, Had to Say I Told You So und Tick Tick Boom nicht fehlen. Für all diejenigen, die the Hives schon einmal live gesehen haben, brauche ich hier nicht zu erwähnen, dass die Performance wie immer grandios war. Es geht immer ab, etwas anderes ist eigentlich nicht vorstellbar und diese Erwartungen werden auch konsequent erfüllt. Unterbrochen wurde der Auftritt von den Tape TV – Routinen, wie der Interview-Runde, dem Tape-Roulette, sowie dem Küchengespräch. Auch wenn ich persönlich Rainer Maria Jilgs Interviewstil nicht allzu viel abgewinnen kann, haben es the Hives in wechselnder Besetzung dennoch geschafft, aus den jeweiligen Gesprächen ein Highlight zu machen. So wurde etwa gekonnt der (mir komplett unverständliche) Vergleich zu Kraftklub durch den Kommentar „if more bands copied our look and sound, it would make this world a better place“ weggeblasen und die Frage nach den Balladen endete mit der Einsicht, dass the Hives weder welche spielen wollen, noch das Publikum sie von dieser Band der ganz anderen Qualitäten hören will. Auf die bekannte charmant-arrogante Weise weiß es vor allem Frontmann Pelle seine Band als die großartigste der Welt zu verkaufen. Als dann in der Küchenrunde auf das beinahe 20-jährige Bandbestehen angestoßen wurde, befiel mich ein wenig die Scham, denn ich muss zugeben, dass mein Hives-Debüt erst 2009 stattgefunden hat. Aber wann haben die bitte angefangen? Mit 10? Oder sich einfach so gut gehalten? Wie es aussieht, ist so ein Rock ’n Roller-Dasein der äußerlichen Erscheinung recht bekömmlich.

Inzwischen habe ich übrigens auch das neue Album Lex Hives kennengelernt, ob es „made of solid gold“ ist, wie Pelle prophezeite, mag ich noch nicht ganz bestätigen. Dafür war The Black and White Album als Vergleich einfach zu stark und vielleicht braucht es noch ein wenig Zeit, um zu wachsen. Allerdings hat die Band ihr Versprechen gehalten: „You’re gonna like it!“ Das auf jeden Fall, aber wie sollte es auch anders sein, bei „one oft he greatest bands on the planet“.

Guckt euch die Show an, liebt das Album und egal, was Rainer und das Publikum da behauptet, es war heiß, sehr, sehr heiß!

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4.2 von 5 Sternen (20 customer reviews)

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