Anfang der Woche war es soweit, der erste Teil des neuen Albums der Indelicates ist erschienen. Zur Erinnerung: Diseases of England heißt das neue Album und es wird in drei Teilen mit je vier Tracks erscheinen. Diejenigen, die es bereits vorbestellt hatten kommen in den Genuss einer limitierten 3-CD-Version. Der Rest braucht aber auch nicht zu trauern, denn nachdem Part 3 erschienen ist, kommen alle drei Teile noch einmal als ganzes Album raus, das ihr wie gewohnt auch via Amazon käuflich erwerben könnt. The Indelicates planen den dritten Teil Anfang 2013 fertig zu haben – also seid schon einmal gespannt! Für mehr und auch zu dem Thema Vinyl könnt ihr hier nachschauen.
Diese Dreiteilung des Albums stellt die Alternative der Indelicates zu einem Kickstarter-Projekt dar. Jeder Teil ist in einem anderen Studio aufgenommen und wird daher wohl auch einen ganz eigenen Charakter und ein ganz anderes Gefühl in sich ruhen haben. Folglich liegt es nahe Part 1 als eine Art Albumeröffnung zu sehen, die bloß einen Vorgeschmack auf den zweiten Teil und den Kern des Themas geben wird. Ich bin also gespannt, denn nach den Indelicates gilt das Motto:
It’s like with Star Wars only Part I isn’t going to suck.
Zurück zum ersten Teil: Die vier Tracks variieren sehr voneinander und sind somit etwas für jeden Geschmack.
Den Anfang macht Class, den Song, dessen Video wir euch hier bereits eingestellt haben. Ich persönlich war etwas überrascht, da der Song doch eher instrumentalisch schlicht und klanglich etwas ganz anderes ist. Simon Indelicates Stimme wird von eher monotonen und schlichten Klängen begleitet. Der Schwerpunkt liegt deutlich auf den Bläsern und eben dem Vocalpart. Der Text ist hart, voller Kritik an der englischen Gesellschaft – dem Neid und dem Klassendenken. Dabei ist er nicht zurückhaltend, sondern erfrischend direkt, sodass keine tiefergehenden Überlegungen über britische Verhältnisse nötig sind, um die Botschaft in etwa erfassen zu können.
Weiter geht es mit All You Need Is Love. Diese Ballade wird von Julia Indelicate gesungen und ist eher ruhig und andächtig. Klanglich gefallen mir am meisten die Streicher und das Outro. Letzteres wirkt auf mich wie der dramatische Teil eines mitreißenden Films, der dann plötzlich seinen Höhepunkt findet. Textlich ist der Song auch recht interessant. Es geht um die Wichtigkeit von Liebe und die Verwandschaft zu Hass und Schmerz – alles eingepackt in eine kleine Geschichte. Eingängig ist besonders der Refrain, der fast klangend im Ohr hängen bleibt.
Der Text von I Used to Sing ist ein weiterer Song, dessen Video ihr bereits bei uns sehen konntet. Wieder wird dieses Lied von Julia Indelicate gesungen und wie der Text bereits sagt, geht es um das Singen – um die Leichtigkeit und die Emotionen, die unser Leben bestimmen, aber doch Gefahr laufen in Vergessenheit zu geraten. Dabei ist das Lied weich und melancholisch und nutzt den Klang des Klaviers um tatsächlich etwas puppenhaftes, etwas leichtes heraufzubeschwören. Geichzeitig bleibt aber auch etwas geheimnisvolles und sehnsüchtiges, das den Liedern von Julia so oft anhaftet. Aber die Szene mit dem Puppenkasten im Video hat mir doch etwas Gänsehaut eingejagt.
Den Schluss macht Everything Is Just Disgusting, gesungen von Simon Indelicate. Es beginnt ruhig und beweint die fehlende Menschlichkeit und Wärme in der Welt. Stilistisch erinnert es mehr an die vergangen Alben der Indelicates David Koresh Superstar und Songs for Swinging Lovers. Wieder ist die musikalische Begleitung recht schlicht – Simons Stimme übernimmt wieder klar den Hauptpart.
Wie also bereits am Anfang angekündigt, ist wieder eine erfrischende Vielseitigkeit vorhanden. Allerdings lässt eben auch diese noch nicht auf das Wesen des Parts 2 schließen. Umso mehr kann man sich überraschen lassen!



Ich bin schon gespannt auf Part 2!
Nicht nur du!