Kritik: Ohrbooten – Alles für alle bis alles alle ist

Ohrbooten - Alles für alle bis alles alle ist

Ohrbooten – Alles für alle bis alles alle ist (VÖ: 25.05.2013)

Die Ohrbooten melden sich zurück!

Ende Mai meldeten sich die Ohrbooten nach vier Jahren mit ihrem neuen Album „Alles für alle bis Alles alle ist“ zurück. In der Zeit seit dem letzten Album „Gyp Hop“ hat sich auch für die Band einiges geändert. Unter anderem ist mit Spange auch ein neues Bandmitglied dabei. Ihrem Motto, nach vorne zu blicken und wieder etwas Neues anzugehen, sind sie trotzdem treu geblieben. Daher werfen sie 13 neue Tracks auf den Markt, deren Bandbreite bis in die Unendlichkeit zu gehen scheint. Der Stilmix räumt von punkig, Dubstep und Reggae Sounds alles ab, was sich der aufgeschlossene Ohrbootenfan wünschen kann – offen mit den Stilen sind die Berliner Jungs ja schon immer umgegangen.

Der namensgebende Song Alles für Alle, den wir hier schon kurz ansprachen, haut mich allerdings immer noch nicht aus den Socken. Das macht aber auch nichts, es ist ja schließlich noch genügend für mich dabei:

Da wäre dann zum Beispiel gleich der erste Track Urwald, der die schwülen Tropen in die Großstadt lockt.

[quote style=“boxed“]Ich steh in der Baumkrone, überall wächst Dschungel; der Urwald kriecht über die Häuserwand.[/quote]

Passend zu den Lyrics geht es auch exotisch und entspannt zu. Ein schöner Ohrbootentrack um den Sommer zu genießen.

Heiß geht es auch in dem Song 36 Grad zu, der mit Gaststimmen von Culcha Candelas Mr. Reedoo und Johnny Strange glänzen kann. Sommergefühle pur, so mancher hat nach dem Lied gleich Lust bei 36 Grad im Schatten zu entspannen. Einen weiteren Gast trifft man im Song Bestie Bass, Rapper Amewu unterstützt die Ohrbooten beim Lobgesang über die Bestie Bass.

Etwas kritischer geht es zu in dem flotten Song Models. Denn „wer hat (bloß wieder) vergessen die Models zu füttern?“ Ein Electro angehauchtes Lied, das wohl so manchem aus den Herzen spricht, mit viel Witz daher kommt und gleich im Ohr hängen bleibt. Kritisch über Stadtentwicklungen im Kiez ist auch Punk is Dad. Mit einer Sehnsucht nach Punks, Freaks und Asis im Viertel rechnet der Song mit der „Sex and the City-Gesellschaft“ ab und kommt dabei ska-punkig-fetzig daher.

Zwei Joints ist zwar durch den Refrain recht eingängig, lässt mir persönlich aber den Tiefgang missen. Das gelingt aber in Blau, einem ruhigen Song, der mit einem Schmunzeln unter blauem Mallorcahimmel gesungen wird.

Mit Es geht immer klingt das Album aus und lässt viel zurück, über das der Hörer erst einmal nachdenken muss. Einfach lässt sich das neue Album nicht einordnen, aber nach mehrfachem Hören wird wohl jeder seine eigenen Lieblingslieder entdecken.

Kategorie Alben, Kritiken, Musik & Videos

Ich bin Janina und komme aus Norddeutschland. Daher stammt wohl auch der Faible für düstere Musik (schlechtes Wetter und viel Wind ;)), die nicht ganz der Norm entspricht. Mit einem schrägen und rauen Sinn für Humor und einer großen Begeisterung für Steampunk und Mittelalter bin ich in diesem Blog für die Seitenblicke auf etwas ausgefallenere Projekte zuständig. (Janina bei Google+)

Deine Meinung ist uns wichtig!