Fender und Gibson

Die Geschichte und Entwicklung der heutigen Gitarre ist sicherlich stark mit der Geschichte zweier Unternehmen verbunden, die Gitarren erst zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Ohne Fender und Gibson wäre sicherlich viel an Innovation und Technik nicht möglich gewesen, was heutzutage in jeder Gitarre als Standard vorzufinden ist. Grund genug sich ein wenig mit der Geschichte der beiden Unternehmen zu beschäftigen.

SixandFour Gitarrenshop

Fender

Namen wie Buddy Holly sind seit der Mitte der 50er Jahre unverrückbar mit Fender verbunden. Buddy war einer der ersten, der die Fender-Stratocaster benutzte und der Gitarre und dem Unternehmen Fender somit zu Weltruhm verhalf. Eric Clapton besetzt gleich eine ganze Reihe der begehrten Fender-Modelle und Jimi Hendrix spielte auf einer Fender-Stratocaster seinen legendären Soli. Allerdings überlebten bei Jimi Hendrix die Gitarren nicht immer die Shows, setzte der Musiker sie doch gerne am Ende einer Bühnenshow in Brand. Inzwischen ist das Unternehmen einer der führenden Hersteller für Gitarren weltweit und sogar an der Börse vertreten.

Fender bezeichnet sich selbst als „die Nummer eins unter den Gitarrenherstellern“. Das mag etwas arrogant klingen, ist allerdings auch nicht komplett von der Hand zu weisen. Fender wurde 1946 von Leo Fender, in Fullerton, Kalifornien als Radiogeschäft gegründet. Leo Fender war kein Musiker, er war ein Techniker, der schon während der Wirtschaftskrise begann, sich auf Verstärker und Hawaiigitarren zu konzentrieren um so seinen Kundschaft zu erweitern. Mit der von ihm entworfenen legendären Stratocaster, die im Jahr 1954 auf den Markt kam und noch immer gebaut wird, landete er einen wirklich bahnbrechenden Erfolg. Noch heute wird die Gitarre in hoher Stückzahl gebaut und ihr ikonischer Look oft kopiert.

Der Umsatz des Unternehmens, das seinen Hauptsitz in Scottsdale/Arizona hat, ist in den vergangenen Jahren um etwa 14 Prozent gewachsen, er lag bei 700,6 Millionen Dollar. Fender verdiente 2011 rund 3,2 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 17,3 Millionen im Jahr zuvor.

Fender befindet sich derzeit hauptsächlich im Besitz der privaten Equity Firma Weston Presidio (42 Prozent) und den japanischen Vertreibern Yamano Music (14 Prozent) und Kanda Shokai (13 Prozent).

Gibson

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Gibson als Hersteller von Mandolinen, Banjos und Ukulelen bekannt. Zur Förderung des Umsatzes setzte die Firma auf ein damals ungewöhnliches Vertriebssystem, welches, anstatt sich auf den Einzelhandel zu konzentrieren, besonders auf Mandolinenlehrer als Vertriebs- und Werbepartner setzte. Im Jahr 1919 wurde der landesweit bekannte Mandolinen-Virtuose Lloyd Loar als Leiter der Entwicklungs-Abteilung eingestellt. Die ersten Instrumente für die Lloyd komplett verantwortlich zeichnete, waren die F-5 Mandoline und eine Gitarre mit der Typen-Bezeichnung L-5 (1923).

Als in den 1920er-Jahren Popularität und Nachfrage nach Ukulelen und Banjos fiel, die nach Gitarren aber heftig anstieg, verlagerte Gibson den Produktionsschwerpunkt. So wurden im Jahre 1926 bei Gibson noch über 6.000 Ukulelen im Gegensatz zu 1.433 Gitarren hergestellt; im Jahr 1935 jedoch nur noch 197 Ukulelen, dafür aber 20.575 Gitarren. Auch auf diesem Markt stellte sich das Unternehmen als beständiger Innovator heraus. Eine der bahnbrechenden Entwicklungen der Firma auf diesem Gebiet ist der Einsatz von einstellbaren metallenen Spannstäben, die versenkt in die Hälse der Instrumente verbaut wurden. Diese verstärkten nicht nur den Instrumentenhals, sondern hatten besonders den Zweck, die Krümmung des Halses (und damit die Saitenlage) zu justieren und so Verziehungen auszugleichen. Halsspannstäbe kommen heute in nahezu allen Gitarrenmodellen zum Einsatz. Ebenfalls in den 20er-Jahren begann Gibson, mit elektromagnetischen Tonabnehmern zu experimentieren. Im Jahr 1936 schließlich stellte Gibson mit der ES-150 die erste Gitarre vor, die serienmäßig mit einem solchen Tonabnehmer ausgestattet war.

Als in den 1980er-Jahren eine Flaute im Musikgeschäft dazu führte, dass Gibson aufgrund hochpreisiger Instrumente in zum Teil bestenfalls mittelmäßiger Fertigungsqualität weiter an Marktanteilen verlor, entschloss der damalige Haupteigner Norlin Industries sich schließlich, das für sie unrentabel gewordene Geschäftsfeld aufzugeben.

Im Januar 1986 wurde Gibson von einer neuen Unternehmensleitung, angeführt von Henry Juszkiewicz, Gery Zebrowski und David Berryman, übernommen. Das neue Gibson-Management hatte das richtige Gespür für die Wünsche des Marktes und hielt an der Idee der Rückbesinnung auf die Vorzüge der besten Vintage-Instrumente fest. Auch wurde nach Norlins Ausstieg wieder mehr Wert auf Qualität gelegt, wenn auch die Serien-Gibson-Instrumente nicht mehr die Qualität der Zeit vor 1969 erreichten.

Hand an die Legenden legen

Preislich operieren beide Hersteller auf recht hohem Niveau – zumindest aus Sicht eines Einsteigers. Die edlen Gitarren fangen bei Mitte der 2000 Euro an und steigen schnell auf Mitte 4000 Euro an. Wer aber, wie beispielsweise im Gitarrenshop von SixandFour im Saarland, einmal Hand an eines der legendären Modelle legen durfte, wird schnell bereit sein, diese Summe auch hinzublättern.

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