Im Test: AKG K550

Als direktes Konkurrenzprodukt zu den bereits getesteten Denon AH-D1100 haben wir heute die AKG K550 Kopfhörer im Test. Harman selbst bezeichnet den K550 als Referenzklasse für geschlossene Kopfhörer. Der AKG K550 kombiniert das Beste aus zwei Welten und bildet eine gelungene Hochzeit aus geschlossenem und offenem Kopfhörer-System. Es zeigt sich ein ansprechendes Gleichgewicht zwischen der Geräuschisolierung, welche die Haupteigenschaft eines geschlossenen Systems ist, und dem räumlichen Klang eines offenen Systems.

AKG K550

Lieferumfang

  • AKG K550 mit 3 m Kabel
  • Adapter 3,5 mm auf 6,3 mm (aufschraubbar)
  • UVP: 299,00 €

Technische Daten

  • System: Dynamisch
  • Design: Geschlossene Kopfhörer
  • Farbe: Mattschwarz mit schwarz-metallenen Akzenten
  • Frequenzbereich: 12-28.000 Hz
  • Empfindlichkeit: 114 dB SPL/V
  • Eingangsimpedanz: 32 Ohm
  • Maximale Eingangsleistung: 200 mW
  • Gesamtgewicht (ohne Kabel): 305 g
  • Kabel: 99,99 % sauerstofffreies Kabel (3 m)
  • Hauptanschluss: Hartvergoldete 3,5-mm/6,3-mm-Klinke

Design des AKG K550

Durch die extrem großen Ohrmuscheln wirkt der AKG K550 zunächst recht klobig. Genau diese lassen den Kopfhörer jedoch im direkten Designvergleich gegen andere Kopfhörer stark hervorstechen. Auch passen diese wunderbar zum restlichen Design, vorallen in Kombination mit dem sehr schicken Kopfbügel.

Beim AKG K550 handelt es sich um ein geschlossen verbautes Kopfhörersystem mit einer sehr hohen Verarbeitungsqualität. Mattschwarzer, gummierter Kunststoff wechselt sich mit schwarz-metallenen Elementen ab und bringt so ein wirklich gelungenes und hochwertiges Gesamtbild. Die AKG Logos auf den beiden Ohrmuscheln und (traditionell) oben auf dem Bügel runden das Bild ab und lassen den AKG 550 insgesamt sehr edel wirken. Die UVP des Herstellers liegt bei 299€. Bei einem solchen Preis kann man diese Wertigkeit auch erwarten.

Wie auch beim Denon AH-D1100 wird beim AKG K550 mit sehr großen Treibern (50mm) gearbeitet. Harman hat es jedoch besser hinbekommen, die Größe der Treiber im Design zu integrierern. Die Gehäuse des Denon Pendants bezeichneten wir als „recht groß“.

AKG K550 DesignAKG K550 DesignAKG K550 Design

Die Aluminium-Elemente sind sehr gut verarbeitet und schränken die Beweglichkeit des Kopfhörers in keinster Weise ein. Leider knarzt der Kopfhörer ein wenig, wenn wir die linke Muschel am Gelenk drehen.

Der Bügel ist aus einem sehr schön aussehenden und stabilen Kunststoff gefertigt und mit einer bequemen und dennoch dezenten Kopfpolsterung versehen.

Ebenfalls sehr gelungen sind die Steckerverbindungen. Hochwertig, hartvergoldet und mit perfektem Sitz. Das lässt keine Wünsche offen.

Klang

Der AKG K550 Kopfhörer entfaltet erst bei höheren Lautstärken seine ganze Stärke. Auf geringem Pegel dudelt die Musik eher dahin und die Wirkung will nicht so recht herüber kommen. Auf der richtigen Lautstärke jedoch spürt man sofort die enorme Offenheit, die ein geschlossenes System sonst ganz und gar nicht auszeichnet. So viel Offenheit in einem geschlossenen System zu verbauen grenzt schon fast an Zauberei. Gerade in diesem Moment habe ich das Gefühl, Supremacy von Muse in einem großen Raum von allen Seiten voll auf die Ohren zu bekommen. Keine eingeschlossenen oder gar nasalen, konservenbüchsingen Geräusche, sondern ein volles und klares Klangbild, wie man es sonst nur in offen verbauten Kopfhörern zu hören bekommt. Sehr präzise Stimmen sowie fein aufgelöste Höhen, die ein sanftes Klangbild erzeugen. Lediglich der Bass hätte noch etwas stärker sein. Waren uns die Bässe beim Denon AH-D1100 noch zu stark, sind sie bei den AKG K550 zwar gut definiert, aber dennoch etwas zu schwach. Trotzdem haben die Bässe eine schöne tiefe, die dem Gesamtklangbild ein sehr hohes Niveau geben. Nach hinten raus sind die Töne so butterweich, dass man die Kopfhörer eigentlich gar nicht mehr ablegen möchte.

AKG K550 Anschlüsse

Komfort

Die großen Ohrmuscheln liegen mit den weichen Ohrpolstern sehr bequem über den Ohren. Kein Drücken, kein Klemmen, kein Zwicken. Selbst mit Brille stellt sich beim Tragen kein unangenehmes Gefühl ein, was bei Kopfhörern dieser Größe ein riesen großer Pluspunkt ist. Die großen Ohrpolster haben jedoch auch zwei (mehr oder weniger) schwerwiegende Nachteile. Zum Einen entsteht bei wärmeren Temperaturen schnell eine Sauna unter den Ohrmuscheln, was vorallem bei Zugfahrten sehr unangenehm werden kann. Des Weiteren ist das Hören im Liegen mit den AKG K550 schier unmöglich, da die großen Muscheln und der Bügel grundsätzlich im Weg sind. Hier ist Abwegen und Prioritäten setzen angesagt.

Im normalen Gebrauch (vorallem daheim) sitzt der Kopfhörer jedoch extrem bequem und ist keinesfalls zu warm. Der Bügel ist durch die weiche Polsterung nahezu unspürbar.

Fazit – AKG K550

AKG K550 SeitenansichtDer AKG K550 weiß zu überzeugen. Ein starkes Klangbild mit nur leichten Mängeln, eine unglaubliche geschlossene Offenheit und eine sehr hochwertige Verarbeitung machen aus ihm ein Produkt der Extraklasse. Die von Harman ausgerufenen Bezeichnung „Referenklasse für geschlossene Kopfhörer“ ist somit zumindest größtenteils sehr ernst zu nehmen.

Wer ein geschlossenes System für den Heimgebrauch sucht, dass auch ab und zu außerhalb des Hauses genutzt werden kann, der liegt mit den AKG K550 genau richtig. Ein starkes Design kombiniert mit angenehmem Komfort runden das Gesamtbild eines gelungenen Kopfhörer-Systems ab. Dennon muss jedem klar sein, dass 299€ kein Schnapper sind, der Kopfhörer diese aber absolut wert ist.

+ Design/Verarbeitung
+ Klangbild
+ offenener Klang bei geschlossenem Gehäuse
+ starke Außengeräuschabschirmung
+ Komfort

– langes Kabel für mobilen Gebrauch ungeeignet
– leichte Schwäche bei den Bässen

Kategorie AKG, Hardware

Geboren und aufgewachsen in Münster, bin ich mit einem kurzen Zwischenstopp an der Elbe gelandet und wohne nun in Hamburg. Ich bin Gründer von musikgraph.de, Musik- und Internetliebhaber mit großem Interesse an allem, was mit der Musik zu tun hat. Von neuen Songs, über Software und Hardware bis hin zu rechtlichen Aspekten ist alles dabei. (Sebastian bei Twitter und Google+)

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