Im Test: Bang & Olufsen BeoSound 8

Über zwei Monate ist es nun her, dass bei mir die BeoSound 8 von Bang & Olufsen eintrudelte. Der erste Eindruck war famos. Das ist natürlich normal, wenn man ein so großes und teures Dock vor sich stehen hat. Doch wie sieht mein Fazit nach ausgiebiger Testerei nun aus? Die BeoSound 8 hat mich in keinster Weise enttäuscht. Hört man den Preis von 999€ für eine Dockingstation, muss man natürlich erst einmal ein wenig schlucken. Die BeoSound 8 ist jedoch absolut keine reine Dockingstation. Neben der Verwendung mit iPod, iPhone und iPad können jegliche Audioquellen via Line-In und USB angeschlossen werden. Im Grunde genommen kann die BeoSound 8 somit als Lautsprechersystem für die heimische Anlage verwendet werden. Aus diesem Blickwinkel betrachtet ist es eines der günstigsten Systeme, welches man sich (sofern es B&O sein muss) für die eigenen vier Wände zulegen kann.

Beim Design hat die dänische Nobelschmiede in keinster Weise gespart. Aus David Lewis Feder ist eine einzigartige Optik entstanden, die ich so noch bei keinem Dock bzw. Soundsystem gesehen habe. Die Variabilität im Stand oder bei Wandmontage setzt dem ganzen noch ein i-Tüpfelchen auf. Wer nun Angst hat, dass der Sound bei unterschiedlicher Positionierung im Raum verfälscht werden könnte, dem sei gesagt, dass B&O und auch an dieses Problem gedacht hat. Neben den Anschlüssen befindet sich ein Schalter, bei dem die Positionierung der BeoSound 8 eingestellt werden kann. Die Wahl besteht zwischen „Free“, „Wall“ und „Corner“, also einer freien Positionierung, der Montage an der Wand, oder der Positionierung in einer Ecke. Steht die BeoSound 8 tendenziell mehr an der Wand, als im Raum, hat uns die Einstellung „Wall“ am besten gefallen. Nicht zu tief dröhnende Bässe, grandiose Höhen und ein massiv gelungenes Klangbild. Lediglich im Grundton könnte man noch eine Schüppe drauf legen. Das ist aber nun Fehlersuche auf höchstem Niveau. Die Basslastigkeit der BeoSound 8 nimmt von der Einstellung „Free“ über „Wall“ bis „Corner“ tendenziell ab. Die freie Einstellung gibt dem Bass eine Menge Gewicht. Vielleicht schon etwas zu viel.

Bang & Olufsen verlangt absolut nicht (wie viele sicherlich denken) so viel Geld für das reine Design und die Marke. In den Geräten steckt eine Menge. Ein Dockingstation bietet (auch wenn sie vom Kaliber der BeoSound 8 ist) nicht sonderlich viel Platz für die Sound- und vorallem Bass-Entfaltung. Aus diesem Grund wird viel mit digitaler Technik getrickst. Neben der mittlerweile bei vielen HiFi-Marken eingesetzten Schaldentstufen aus der IcePower-Kollektion, wird auch die sogenannte „Adaptive Bass Linearisation“ eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen automatisierten Equalizer. Dieser kümmert sich darum, dass der Bass dem jeweiligen musikalischen Bild angepasst wird. Bei eher leisen Lautstärken wir der Bass ein wenig hochgeregelt, andererseits wird dem Bass in bestimmten Passagen auch ein wenig Fahrt genommen. Diese Technik bietet in Kombinationen mit der bereits oben genannten manuellen Positionsschaltung eine vielseitige Bass-Korrektur, die zu einem rattenscharfen Klangbild führt. Besonders bei geringen Pegeln zeigt die BeoSound 8 ein beeindruckendes Feld, welches durch die automatische Equalizer-Steuerung generiert wird.

Auch für die Steuerung hat sich die dänische HiFi-Schmiede etwas einfallen lassen. Im Lieferumfang enthalten ist eine Fernbedienung, die exakt der eingelassenen Steuerung im hochwertigen Aluminiumgehäuse entspricht. Daraus entsteht ein für B&O typisches vollwertiges System, welches kaum Wünsche offen lässt. Wieso kaum? Lediglich ein direkter Einbau der AirPlay-Technologie fehlt. Mit dieser Anpassung wäre die BeoSound 8 perfekt. Mittels AirPort Express ist dies jedoch nachrüstbar.

Wer sich nun noch fragt, wie die BeoSound 8 mit mehreren gleichzeitig liefernden Audio-Quellen umgeht, dem sei gesagt: Es gibt keine Schaltmöglichkeit. Grundsätzlich haben Geräte auf dem Dock Vorrang. Erst wenn das Dock nicht belegt ist, werden der Line-In- bzw. der USB-Eingang angezapft. Also nicht wundern, wenn einmal der PC-Sound nicht wiedergegeben wird. Ein gleichzeitiges Aufladen eines Apple-Gerätes und die Verwendung als Sound-System für den PC o.ä. ist nicht möglich.

Alles in allem bietet Bang & Olufsen mit der BeoSound 8 ein absolutes Luxus-Produkt. Zeitloses Design, klare, satte Bässe, ein beeindruckendes Klangbild und die vielfältige Verwendungsmöglichkeit machen aus der BeoSound 8 ein absolutes Top-Gerät. Mit 999€ ist es natürlich kein Schnapper. Wenn man die BeoSound 8 einmal hat, möchte man sie jedoch keinesfalls wieder hergeben.

+ zeitloses Design
+ variable Positionierung (inkl. Wandmontage)
+ Bass-Equalizer

– kein integriertes AirPlay

Kategorie Bang & Olufsen, Hardware

Geboren und aufgewachsen in Münster, bin ich mit einem kurzen Zwischenstopp an der Elbe gelandet und wohne nun in Hamburg. Ich bin Gründer von musikgraph.de, Musik- und Internetliebhaber mit großem Interesse an allem, was mit der Musik zu tun hat. Von neuen Songs, über Software und Hardware bis hin zu rechtlichen Aspekten ist alles dabei. (Sebastian bei Twitter und Google+)

Deine Meinung ist uns wichtig!