Kritik: Sarsaparilla – Everyone Here Seems So Familiar

21.01.2011

Revolver Distribution Services (R.D.S.)

[xrr rating=8.5/10]

Wenn Melancholie Musik wäre, sie würde klingen wie Sarsaparilla. Die Lieder von Brandon Miller schaffen das durch ihre einzigartige Mischung aus Folk, Singer/Songwriter und Pop. Mal singt der gebürtige Amerikaner mit zarter, mal mit fester Stimme – immer vereinnahmend und dabei doch subtil.

Seit einigen Tagen habe ich die Möglichkeit in dieses großartige Projekt von Brandon Miller hineinzulauschen und bin wirklich gefesselt. Der unter dem Pseudonym Sarsaparilla auftretende Singer/Songwriter überzeugt durch eine unverwechselbare und extrem variable Stimme, großartiges Songwriting und sehr vielseitiger Musik. Das fängt an bei der klassischen Akustikgitarre mit Schlagzeug und Bass, geht über schwebende Trompeten- und Violinensolos bis hin zu futuristischen Sci-Fi-Sounds.

Mir gefällt der enome Folk-Einfluss, der die Musik durch das gesamte Album begleitet und jedes Lied für sich zu etwas Besonderem macht. Einzig der Song Pyramid geht mir auf die Nerven. Ich weiß nicht warum und habe die Hoffnung, dass sich das noch wandeln wird.

Auch die Reihenfolge der Songs ist perfekt gewählt. Aufschlagen tut das Album mit den zwei für mich besten Songs: Hunt und Earthing. Darauf folgt ein musikalisches Meisterwerk, welches ich leider zunächst fälschlicherweise nicht erkannt habe (s.o.). Der Song Pyramid vereint so viel Genialität. Einfach unglaublich. Ich bekomme den Song nicht mehr aus dem Ohr. Nach viele melancholischen und tiefgehenden Nummern bin ich bei A Hike Unlike doch sehr überrascht, da hier ein plötzlich völlig anderer Stil zu Tage kommt. Klingt ein wenig country-lastig. Wirklich super Nummer! Gehen wir weiter zu Radio Moscow werden wir erst recht wachgerüttelt. Hier erwartet uns eine deftige Indie Rock Nummer ganz in amerikanischer Manier. Absolut genial, was diese Album mit seinem Hörer anstellt. Es beginnt uns somit mit zwei genialen Nummern einzustimmen. schubst uns mit großer Melancholie in die Tiefen unserer Gedankenwelt, um uns dann mit zwei/drei derben Nummern wieder aufzurütteln, um nochmal das Augenmerk auf die letzten beiden Songs zu werfen und uns mit Monkey sehr verwirrt zurückzulassen.

Ein Album zum Mitdenken und Mitfühlen. Ein Album wie aus einem Guss. Mit seinen 56 Minuten ist es überdurchschnittlich lang und lädt zu einer gemütlichen Stunde auf dem Sofa ein, in der man seine Seele vollends baumeln lassen kann.

Fabelhaft und nahezu perfekt!

Wie schön, dass man dieses grandiose Album gewinnen kann.

Anspieltipps: Hunt, Earthing, A Hike Unlike, Radio Moscow

 

Kategorie Alben, Verlosungen

Geboren und aufgewachsen in Münster, bin ich mit einem kurzen Zwischenstopp an der Elbe gelandet und wohne nun in Hamburg. Ich bin Gründer von musikgraph.de, Musik- und Internetliebhaber mit großem Interesse an allem, was mit der Musik zu tun hat. Von neuen Songs, über Software und Hardware bis hin zu rechtlichen Aspekten ist alles dabei. (Sebastian bei Twitter und Google+)

2 Kommentare

  1. Gerade „Pyramid“ ist eine große Krone. Klar, es fällt aus dem Rahmen, aber gerade deswegen mit das Beste. Ansonsten gehe ich mit dir gehe ich mit dir da core.

  2. Es hat auch in gewissem Sinne wirklich was. Ich muss mich denke ich einfach noch eine Weile dran gewöhnen, um die große Krone zu würdigen! 🙂

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