Millionenklage gegen Grooveshark

Irgendwann musste es ja so kommen. Der kostenlose Musik-Streaming-Dienst Grooveshark sieht sich einer Millionenklage seitens Universal Music ausgesetzt. In New York hat man um eine unbefristete Schließung des Dienstes gebeten.

The label says it found evidence that Samuel Tarantino, Grooveshark’s CEO, uploaded at least 1,791 copyrighted songs. Geller allegedly uploaded 3,453 songs, and Benjamin Westermann-Clark, another VP, is accused of uploading more than 4,600 pirated songs.

Grooveshark ist ein neben Simfy oder Spotify agierender Musik-Streaming-Dienst, der im März 2006 von der von drei Studenten gegründeten Escape Media Group Inc aus Gainesville (Florida) entwickelt wurde. Ursprünglich startetet die Seite 2007 als Downloadportal für kostenpflichtige Musik. 2008 wurde der kostenpflichtige Part jedoch eingestellt und die EMG versuchte Grooveshark ähnlich zu positionieren wie bspw. Last.fm oder Pandora.

Was ist aber nun der Unterschied zu Last.fm oder simfy und der Grund für die Zahlreichen rechtlichen Probleme, mit denen die EMG konfrontiert wird. Zunächst einmal liegen nicht mit allen angebotenen Künstlern bzw. deren Labeln Verträge vor, die ein Streaming der jeweiligen Musik gestatten würden. Viel größer wiegt jedoch die Funktion des User-Uploads von Musik, aus der das erste Problem entsteht bzw. verstärkt wird. Die Nutzer können nicht wie bei Google Music ihre Musik nur hochladen, sondern wird diese jedem Grooveshark-Nutzer ebenfalls als Stream zur Verfügung gestellt. Dadurch wächst die Menge an Musik, für die Grooveshark (und manchmal auch die Nutzer selbst) keinerlei Rechte besitzen.

Bereits 2009 gab es eine Klage seitens EMI, mit der sich die EMG jedoch auf eine Lizenzvereinbarung einigen konnte. Dieses Mal wird es für Grooveshark jedoch sicherlich nicht so glipflig ausgehen und ich rechne mit der Schließung des Portals.

Viel genutzt habe ich Grooveshark nie. Jedoch habe ich die Seite immer für sehr praktisch empfunden, um mal schnell in ein neues Album (selbst recht unbekannter Künstler) reinzuhören. Denn bei Grooveshark findet (bzw. fand) man alles. Ohne viele Ausnahmen. Kostenpflichtige Dienste wie simfy bieten da eine deutlich geringere Auswahl, was am fehlenden Community-Gedanken liegen mag.

Was denkt ihr? Wird Grooveshark schließen müssen oder wird es auch mit Universal eine Einigung geben?

(via)

Kategorie Recht, Software, Streaming

Geboren und aufgewachsen in Münster, bin ich mit einem kurzen Zwischenstopp an der Elbe gelandet und wohne nun in Hamburg. Ich bin Gründer von musikgraph.de, Musik- und Internetliebhaber mit großem Interesse an allem, was mit der Musik zu tun hat. Von neuen Songs, über Software und Hardware bis hin zu rechtlichen Aspekten ist alles dabei. (Sebastian bei Twitter und Google+)

Deine Meinung ist uns wichtig!