Rock’n’Heim Festival – Fazit

Rock'n'Heim Festival

Und da sind drei Rock’n’Heim Festival Tage auch schon wieder vorbei und man sitzt zu Hause, wartet darauf, dass die Waschmaschine fertig wird und bald sind auch die letzten Überreste des Wochenendes beseitigt und weg geräumt sind. Aber: Schön war es!

Ich erwähnte es ja bereits in meinem Vorbericht: Bei einem Festival dabei sein, dass zum ersten Mal veranstaltet wird, ist etwas besonderes. Diese Vorab-Einschätzung hat sich tatsächlich auch bestätigt. Zum einen war es sehr interessant, weil man eine Person von vielen war, die sich nun erst orientieren sowie die ganze Lage überblicken musste, zum anderen machte genau das – „The Rise of Rock’n’Heim“ – die besondere Atmosphäre aus: Dabei sein, bei etwas, das irgendwie besonders scheint.
Und dieses Neuartige machte sich von der ersten Sekunde an breit: Es begann mit der Suche nach den Campingplätzen mit einem kurzfristigen Chaos, da einige schon zu voll waren, es ging weiter mit langen und abermals langen Schlangen bei der Bändchenausgabe, über zu wenig und viel zu volle Dixi-Klos, bis hin zur Mangelware „Regencapes“ am letzten Tag, an dem dann doch der Regen einsetzte – denn: was ist denn bitte ein Festival ohne Regen? Man merkte also, dass selbst die Organisatoren beim „ersten Mal“ etwas Ausprobieren müssen, um vielleicht irgendwann die Sache zu perfektionieren – selbst wenn der Veranstalter Marek Lieberberg ein alter Hase in diesem Business ist.

Rock'n'Heim Festival Marek Lieberberg

Aber mit so etwas sollte vorher gerechnet werden, weshalb die kleinen Minuspunkte nicht so sehr ins Gewicht fallen, da vor allem die positiven Aspekte extrem überwiegen – und das fängt schon bei Kleinigkeiten an. So war zum Beispiel der Shuttle-Bus Service von dem etwas weiter weg liegenden Campingplatz D zu den Bühnen ausgezeichnet. Nach nicht so guten Erfahrungen was den Bus Service bei Rock am Ring angeht – bei dem oftmals Leute nicht wissen, ob sie denn überhaupt im richtigen Bus sitzen – war die Organisation in Hockenheim gut durchgeführt. Zu den Stoßzeiten fuhren die Busse sogar im Minutentakt und innerhalb kürzester Zeit war man in beide Richtungen schnell am Ziel.

Besonders positiv ist ebenfalls das Gelände am Hockenheimring generell zu beurteilen. Insbesondere vor der Hauptbühne (Evolution Stage) war nach hinten und in die Breite besonders viel Platz, um nach Möglichkeit auch nicht beengt stehen zu müssen. Außerdem wurde die Bühne auf dem Gelände so aufgebaut, dass es aus fast allen Positionen möglich war, eine gute Sicht auf die Bühne zu erhaschen, da diese sozusagen tiefer gelegen aufgebaut wurde und die Fläche für das Publikum davon leicht angeschrägt nach oben verlief. Hinzu kommt, dass es durchaus auch möglich war, in den vorderen Reihen ein Plätzchen zu erhaschen, eben auch wegen der gut ausgewählten Fläche und der Tatsache, dass es zur „richtigen“ Uhrzeit noch nicht ganz so voll war. Ein Vergleich: Wollte man im vergangenen Jahr bei Die Toten Hosen bei Rock am Ring weit nach vorne, war das Erscheinen einen guten halben Tag vorher Pflicht! Am Hockenheimring verlief dies noch alles etwas lockerer: Um zum Beispiel einen guten Platz für Die Ärzte (Auftritt 20 Uhr) zu ergattern, reichte es, ungefähr 17.30 Uhr da zu sein. Dies war aber sicherlich auch der gesonderten Situation des ersten Festivals geschuldet. Aber dennoch: Gute Sicht und auch gute Möglichkeiten, etwas weiter vorne zu stehen – auch als kleiner Mensch.

Rock'n'Heim Festival Hauptbühne

Als kleiner Kritkpunkt gilt sicherlich – wie bereits erwähnt – die Toilettensituation. So lange Schlangen beim morgendlichen Toilettengang und so dermaßen“volle“ Dixitoiletten habe ich bei einem Festival noch nicht erlebt. Ein paar mehr Toiletten hätten der Sache nicht geschadet – und auch der von Rock am Ring gewöhnte gute Reinigungsservice kam entweder zu selten oder kam bei der Arbeit nicht hinterher. Hier ist eindeutig Verbesserungspotential zu sehen.

Zur Musik ist generell zu sagen, dass mit Die Ärzte, Volbeat, System of a Down und Tenacious D ein paar große Namen in den Topf geworfen wurden. Wie bereits erwähnt, ließ die Beliebtheit der präsentiert Bands am Sonntag jedoch leider nach, sodass beobachtet werden konnte, dass schon zahlreiche Fans am Sonntagmorgen abreisten. Nur leider haben sie dadurch den Geheimtipp des Tages mit einem wirklich überraschend guten Auftritt verpasst: Kraftklub.

Rock'n'Heim Festival Affenmaske

Negativ ist aber leider auch hier anzumerken, dass das Festival – ähnlich wie bei Rock am Ring auch – dem Namen nicht ganz alle Ehre macht: Im Titel befindet sich nun mal das Wort „Rock“. Jedoch konnten vor allem von der kleineren „Revolution Stage“ Töne vernommen werden, die nicht mal im entferntesten Sinne etwas mit diesem Genre zu tun haben. Das finde ich persönlich etwas schade. Klar wollen die Veranstalter möglichst die breite Masse ansprechen, aber da es doch offiziell ein Rock Festival ist, sollte diese Musik auch im Vordergrund stehen. Diese Entwicklung war auch bei Rock am Ring auszumachen. Es wäre zumindest schön gewesen, wenn bei diesem neuen Festival der Rock wieder komplett im Zentrum gestanden hätte, ohne von diesem eigentlich Konzept abzuweichen.

Rock'n'Heim Festival Lydia im Zelt

Aber ich möchte gar nicht so viel negatives sagen, denn der Gesamteindruck ist äußerst positiv: Gut ausgesuchtes, übersichtliches und nicht zu enges Gelände – perfekte Bühnenanordnung – gute Ausstattung und variationsreiches Angebot an Essens- und Shopständen – schön große Campingplätze, bei denen der Weg zum Auto auch nicht allzu lang ist – sehr gute Headliner – und vor allem: eine grandiose Stimmung, woran die rund 40 000 Besucher maßgeblich beteiligt waren.
Und da es so gut ankam, soll es für das kommende Jahr angeblich 10 000 Tickets mehr geben. Na dann: Den Vorverkauf nicht verpassen und die Entwicklung dieses Festivals weiterhin beobachten – denn: Vielleicht gehört es schon bald zu den ganz Großen!

Rock'n'Heim Festival Regenbogen

Also auf ein Neues 2014, wenn es dann heißt: „The Return Of Rock’n’Heim“!

Alle Artikel meines Festival Tagebuches findet ihr hier: Rock’n’Heim.

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