Kritik: Kaizers Orchestra – Violeta Violeta Vol. 1

28.01.2011

Petroleum Records / Rough Trade

[xrr rating=9.5/10]

Endlich ist es soweit und die Kaizers veröffentlichen ihr achtes Studioalbum. Das ich nun schon wieder das Wort „endlich“ in den Mund nehme, obwohl noch nicht einmal zwei Jahre nach ihrem letzten Release Våre Demoner vergangen sind, nunja…sie sind einfach klasse!

Kaizers Orchestra begeben sich auf eine große Reise.
Eine der erfolgreichsten skandinavischen Bands (ja, ich liebe skandinavische Musik), die es geschafft hat, in zehn Ländern außerhalb ihres Heimatlandes Norwegen erfolgreich zu veröffentlichen und zu touren (und das obwohl sie in ihrer Heimatsprache singen), startet ihr wohl ergeizigstes Projekt: „Violeta Violeta“. Wieder einmal soll es eine Trilogie werden. Vor mir liegt die am Freitag erscheinende Violeta Violeta Vol. 1. Vol. 2 soll im Januar 2012 und das finale Werk um November desselben Jahres erscheinen.

Der Auftakt dieser hoffentlich grandiosen Trilogie ist genial. Ein unglaubliches Album, welches mich vollkommen vom Hocker haut und nur ganz knapp an der 10 vorbeigeschrappt ist. Zehn Songs mit gefühlten hundert verschiedenen Musikstilen, doch jedesmal mit dem gewissen Kaizers-Scharm. Beinahe könnte man diese (positiven) Wildwuchs an Genialitäten die Genre-Bezeichnung „Kaizers“ unterjubeln.

Die Trilogie bietet ein ganz neues „Kaizers-Universum“ mit völlig neuen Charakteren und (natürlich) wieder mal einem erzählerischen roten Faden durch die gesamte Trilogie. Die Geschichte und somit alle Songtexte und darüber hinaus ergänzende  Texte werden auf Deutsch und Englisch sowohl in den Booklets der CD als auch auf der Kaizers Homepage zu finden sein.

Es fällt mir schwer Lieder zu wählen, die aus dem gesamten ersten Drittel des Meisterwerkes (ich hoffe doch, dass es im Januar und November 2012 so weiter geht) herausragen. In jedem Fall schaffen die ersten Songs dieser Platte einen super Auftakt der Lust auf die Trilogie macht. Nachdem die ersten drei Songs Philemon Arthur & The Dung, Diamant til kull und Femtakt filosofi in mein Ohr gingen und dort auch blieben, konnte sich dann doch noch ein Song weiter und zudem deutlich an die Spitze hangeln. Pyco under min hatt mit seinem atemberaubenden Tempo, dem wirklich großartigen Arrangement und den (wie immer) großen Vocals von Janove Ottesen … Super! Das darauf folgende Svarte katter & flosshatter versetzt mich dann ein wenig in das Kino der alten Zeit und hangelt sich ebenfalls ziemlich weit nach oben.

Das gesamte Album bietet eine klangliche Vielfalt sondergleichen und ist nicht nur eine Empfehlung wert, sondern ein absolutes Muss für jeden Musikfan. Das sieht man allein schon an meinen Anspieltipps, die mit sechs von zehn Songs doch recht umfangreich ausgefallen sind.

Anspieltipps: Pyco under min hatt, Philemon Arthur & The Dung, Diamant til kull, Femtakt filosofi, Hjerteknuser, Svarte katter & flosshatter

 

Kategorie Alben

Geboren und aufgewachsen in Münster, bin ich mit einem kurzen Zwischenstopp an der Elbe gelandet und wohne nun in Hamburg. Ich bin Gründer von musikgraph.de, Musik- und Internetliebhaber mit großem Interesse an allem, was mit der Musik zu tun hat. Von neuen Songs, über Software und Hardware bis hin zu rechtlichen Aspekten ist alles dabei. (Sebastian bei Twitter und Google+)

4 Kommentare

  1. Pingback: News about Kaizers

  2. So ähnlich hab ich die Platte auch beschrieben. Sehr abwechslungsreich und spannend.

  3. Wah! Ich halt die Spannung nicht mehr aus! Aber glücklicherweise gibt’s schon nen Albumstream! Der wird jetzt rauf und runter gedudelt bis ich die Scheibe in der Hand halte!

  4. Kar Nickel

    Meine Euphorie hält sich in Grenzen – aber der Name ist cool 🙂

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