The Indelicates (inkl. neues Album David Koresh Superstar)

Look at what you’ve bought
With all that hard, hard work
And all that financial support
And I loathe and resent
Every dream I’ve dreamt
And I’ve nothing but contempt for your money
The Indelicates – Your Money

Julia und Simon Indelicate, das ist die englische Indie-Rockband The Indelicates. Sie bewegen sich musikalisch im Bereich Folk, Punk und Noiserock. Unter ihren Stage-Namen treten Julia Clark-Lowes und Simon Clayton seit 2005  zusammen mit Alastair Clayton (Gitarre), Ed van Beinum (Drums), Lily Rae und Laurence Owen auf. Ursprünglich bestand die Band allerdings nur aus Julia und Simon, die die Band auch für ihre Solo-Aktivitäten nutzen.

The Indelicates haben bereits drei Alben herausgebracht: American Demo (2008) bei Weekender Records, Songs for Swinging Lovers (2010) und nun David Koresh Superstar (2011) bei Corporate Records. Momentan sind sie mit dem neusten Album auf Tour.

Songs for Swinging Lovers wurde in Berlin aufgenommen. Es wurde zunächst nur über die Corporate Records Website veröffentlich, erst zwei Monate später gab es dann den CD Release. Die Besonderheit der Corporate Record Website ist es nämlich, dass sie einer eigenen Marketing Devise folgen.  Man kann bloggen, twittern oder sonst wie so gewollt die einzelnen Tracks oder sogar das ganze Album teilen. Dafür gibt es spezielle Download-Links , die den Song oder das Album zum Herunterladen anbieten. Gezahlt wird dafür nur, was man möchte, also „pay-what-you-like“ (also durchaus auch gar nichts). Dort gibt es nun auch das aktuelle Album David Koresh Superstar als pay-what-you-like.

Aber zurück zu den Indelicates: Nicht nur die Texte der Künstler gehen ins Ohr, auch die musikalische Umsetzung der Lieder. Julias und Simons stimme ergänzen sich gut, geben ihren Liedern eine individuelle Note. Besonders das Album Songs for Swinging Lovers hört sich für mich etwas nach Steampunk an. Gemeint sind damit besonders die Lieder Be Afraid of Your Parents und Europe. Beide Lieder vermitteln einen surrealen Eindruck, ein unterbewusstes Gefühl der Unwirklichkeit.

Tipp:  The Indelicates - I Used to Sing (Video)

Aber auch die anderen Lieder des Albums lohnen sich durchaus wiederholt gehört zu werden. In Savages drücken The Indelicates Gefühle wie Einsamkeit, Liebe und Sehnsucht aus. Der anspruchsvolle Text wird von einem durchgängigen Beat untermauert, der mir wie ein pochendes Herz vorkommt.

But there’s no place for us
No Ithaca no home
We are Greeks in the age of Rome
With no right to criticise
The happily dull, to Grecian eyes
And the world has no need
of the songs that we sang
We are savages, you and I, and we will
Hang, hang, hang.
The Indelicates – Savages

Hervorzuheben sind also besonders die Songtexte. Für ihren Zynismus sind sie nämlich bekannt. Kein Wunder, ihre Texte gehen unter die Haut und scheuen keine (Selbst-)Kritik. Es lohnt sich daher vor allem in den Lyrics nachzulesen. Mein besonderer Anspieltipp ist hier das Lied Sympathy for the Devil.

Musikalisch hat sich die Band auf ihrem neuesten Album David Koresh Superstar sehr gewandelt. Es erzählt auf seine eigene Art die Geschichte des  Anführers und selbsternannten Propheten David Koresh, der 1993 in Waco nach 51 Tagen Belagerung seines Sektenlagers tragisch starb, durch seine einzelnen Tracks wie ein Musical – also ein Konzeptalbum. Hinzugekommen sind dabei auch neue musikalische mysteriöse Töne wie in The Woman Clothed With the Sun und Klangspiele, die dem ganzen einen orientalischen Touch geben. Weg ist der Eindruck vom Steampunk, geblieben sind die nachdenklichen Texte. Dafür versprüht The Road from Houston to Waco den Hauch von Country Musik. Dieser Song erzählt die Geschichte des Sektenführers gut und eingängig.

Tipp:  Kritik: The Indelicates – Diseases of England

Meiner Meinung nach, setzen The Indelicates die Geschichte auch ganz gut um. Allerdings verliert die eigentlich tragische Geschichte in manchen Liedern ihre Dramatik und lässt die Zuhörer etwas auf der Strecke bleiben. Für mich ist das zum Beispiel der Fall im Song What If You’re Wrong, in dem Koresh wohl Zweifel an sich selbst haben soll.

Mit ganz vorn dabei ist der Song I Am Koresh, der entschieden ins Ohr geht, und eine Album-Version von I Don’t Care If It’s True, die bereits in anderer Form auf dem vorangegangenen Album war. Dieses Mal gibt es eine größere Klangvielfalt, mehr Instrumente, also mehr für die Ohren. Mir persönlich gefiel die Bonus-Track-Version wesentlich besser, da sie meines Erachtens die Traurigkeit des Songs besser hervorhebt. Daher ist das Lied auch entschieden mein Lieblingsstück von The Indelicates.

Auch die offiziellen Videos der Band sind wirklich gut. Jedes vermittelt eine eigene Botschaft, eine eigene (oft auch surreale) Welt. Dadurch handelt es sich nicht um bloße 0815-Videos, sondern es lässt sich noch eine andere Seite des Liedes in ihnen entdecken. Damit gehen sie oft auch besonders unter die Haut – so zum Beispiel der Prediger in I Am Koresh und die Frau in Roses.

Damit gehört diese Band sicherlich auch zu meinem Geheimtipp für euch.

„American Demo“ bei Amazon (CD / MP3)
„Songs For Swinging Lovers“ bei Amazon (CD / MP3)
„David Koresh Superstar“ bei Amazon (MP3) und als „Pay-what-you-want“ bei Corporate Records

 

 

Kategorie Alben, Kritiken, Musik & Videos, Steampunk

Ich bin Janina und komme aus Norddeutschland. Daher stammt wohl auch der Faible für düstere Musik (schlechtes Wetter und viel Wind ;)), die nicht ganz der Norm entspricht. Mit einem schrägen und rauen Sinn für Humor und einer großen Begeisterung für Steampunk und Mittelalter bin ich in diesem Blog für die Seitenblicke auf etwas ausgefallenere Projekte zuständig. (Janina bei Google+)

2 Kommentare

  1. Eine klasse Band, die aber leider auch viele Lieder schreibt, die mir gar nicht gefallen. Die meisten sind jedoch echt super!

  2. Mich hat beim neuem Album das Thema beeindruckt: Sektenführer David Koresh ar mir noch kein Begriff.Kein Wunder, ich bin ja auch noch etws zu jung dafür 😉 Aber trotzdem…

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