„Wir kümmern uns um den Rock“ – Gelungener Auftakt der „ärztival“-Reihe in Köln

Die Ärzte

„Wir sorgen für die musikalische Begleitung…“

Das Warten hatte ein Ende: Die besten Fans der Welt kamen wieder in den Genuss, die beste Band der Welt vollzählig – und in ebenfalls bester Laune – live auf der Bühne zu erleben. Beim ersten von insgesamt zwölf „ärztivals“ ließen sich die drei Musiker nicht lumpen und eröffneten am 15. Juni passend zum angenehm warmen Wetter ihre ganz persönliche Festival-Saison. Das Rhein-Energie-Stadion in Köln bot hierfür die Kulisse für ungefähr 35.000 Fans.

„Wir sorgen dafür, dass ihr alle auf und ab springt…“

Doch nun von Anfang an: Es wäre ja kein Festival, wenn nicht auch die Musik anderer Bands Gehör finden würde. Und so betrat Rod unter mächtigem Jubel pünktlich um 17.30 Uhr  die Bühne, um die befreundete britische Punkband The Damned anzukündigen – eine Band, so Rod, die auf Die Ärzte sehr prägend gewirkt habe. Nach diesem kurzen Auftritt ging es dann auch schon ohne lang andauernde Umbaupause weiter: Bela hielt eine kleine Laudatio auf die belgische Band Triggerfinger und verfolgte deren Auftritt sogar selber für ein Weilchen vom Rand der Bühne aus. Für besondere Stimmung sorgte jedoch der Auftritt von den Musikern LaBrassBanda, angekündigt – wie soll es auch anders sein – von Farin. Sie heizten dem Publikum mit ihrer originellen Blasmusik richtig ein. Höhepunkt war hier sicherlich, als Leadsänger und Trompeter Stefan Dettl sich ins Publikum begab, um dort mit zu „tanzen“ und zu springen.

„Wir sorgen für die ganzen schönen Melodien…“

Je später der Abend – desto schöner die Gäste! Als schließlich Die Ärzte die Bühne betraten und – ungewöhnlich, überraschend, aber durchaus originell – mit Wie es geht ihr knapp drei Stunden Konzert begannen, konnte selbst auf den Rängen keiner mehr still sitzen. Gewohnt gut ging es dann auch weiter: Von der Songauswahl boten die drei Musiker eine bunte Palette ihrer Stücke aus den 90er Jahren und allem, was sie in diesem Jahrtausend komponiert haben. Etwas dünner schaut da hingegen die Präsenz der Songs aus den 80er Jahren aus: Neben 2000 Mädchen, Westerland und Zu spät wurde lediglich kurz Bitte, Bitte angedeutet.  Aber das soll der Qualität des Konzertabends nicht schaden: Bei der Masse an Stücken, welche Die Ärzte in all den Jahren produziert haben, muss eine begrenzte Auswahl getroffen werden, die sicherlich auch ihre Berechtigung findet. Und das eine oder andere Lieblingslied war bestimmt von jedem dabei.

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ärtztival

„Und viel von dem, was ihr macht, ist lustig…“

Ein Ärzte Konzert wäre kein Ärzte Konzert, wenn BelaFarinRod nicht mit ihrer typisch charmant witzigen Art das Publikum für sich einnehmen würden. Die eine oder andere Situation sorgte mal wieder für amüsante Momente zwischen und sogar mitten in den Songs. So wurde ein Eisverkäufer vermutlich unfreiwillig zum Mittelpunkt des Stadions: Farin – übrigens ausgestattet mit einer Gitarre in Sylt-Form – stimmte zu Westerland an, als Bela und Rod ihn lachend unterbrechen mussten, als sie den „crowd-surfenden“ Eisverkäufer kurz vor der Bühne entdeckten. Als dieser dann endlich vorne ankam, hatte er überraschenderweise noch etwas Eis in seinem Bauchladen und warf dann dieses noch prompt ins Publikum sowie zu Bela und Rod. Besonders gut kam beim Publikum ebenfalls Farins Anmoderation zu Junge an: Es gäbe einige Coverversionen von diesem Lied, jedoch sollte man es besser nicht mit einer verdunkelten Brille singen. Mit Klatschen reagierten die Fans außerdem bei Belas kleinen Seitenhieb gegenüber Uli Hoeneß in seinem Lied Geld.

„Wir sind eine gottverdammte Rockmaschine…

Den Abschluss dieses gelungenen „ärztival“-Auftaktes – denn man hatte nur noch Sekunden Zeit – bestand schließlich in dem Lied Dauerwelle vs. Minipli. So lässt sich sagen: Ein Anfang sowie Ende, mit dem keiner so wirklich gerechnet hatte, aber vielleicht war gerade deshalb beides besonders schön. Daher: Die nächsten „ärztivals“ können ruhig kommen. Und so möchte ich mit den Worten von Bela abschließen: „Die Ärzte hören ist wie, wenn ein Engel einem ins Ohr summt!“

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